Erstellen und Veröffentlichen einer Zertifikatsperrliste

Mitunter ist es erforderlich, dass ein von einer Zertifizierungsstelle ausgestelltes Zertifikat bereits vor dessen Ablaufdatum aus dem Verkehr gezogen werden muss. Um dies zu ermöglichen, hät eine Zertifizierungsstelle eine Sperrliste vor. Hierbei handelt es sich um eine signierte Datei mit einem relativ kurzen Ablaufdatum, welches in Kombination mit dem Zertifikat zur Überprüfung der Gültigkeit herangezogen wird.

Nachdem ein Zertifikat widerrufen wurde, muss eine neue Sperrliste erstellt und veröffentlicht werden, damit Entitäten, die den Sperrstatus überprüfen, über die Sperrung informiert werden. Da die Sperrliste ein verhältnismäßig kurzes Ablaufdatum hat, muss sie auch ohne inhaltliche Änderung in regelmäßigen Abständen neu ausgestellt werden.

Benötigte Berechtigungen

Für die Erstellung einer Sperrliste benötigt der ausführende Benutzer das Recht "Manage CA" auf der Zertifizierungsstelle, auf welcher die Sperrliste ausgestellt werden soll.

Erstellen einer Sperrliste über die Kommandozeile

Die Erstellung einer Sperrliste kann mit folgendem Kommadozeilenbefehl mit erhöhten Rechten ("Als Administrator ausführen") vorgenommen werden:

certutil -crl

Man bekommt über die Kommandozeile mitgeteilt, ob der Befehl erfolgreich war.

Erstellen einer Sperrliste über die graphische Benutzeroberfläche

In der Zertifizierungsstellen-Verwaltungskosole (certsrv.msc) wird rechts auf "Revoked Certificates" geklickt und "All Tasks" – "Publish" ausgewählt.

Im nachfolgenden Dialog wird gewählt, ob man eine Basissperrliste oder (falls aktiviert) eine Deltasperrliste ausstellen möchte.

Man erhält kein direktes Feedback, ob der Befehl erfolgreich war. Wenn keine Fehlermeldung kommt, wurde die Sperrliste ausgestellt.

Veröffentlichen der Sperrliste

Je nach Konfiguration der Zertifizierungsstelle kann es nun noch erforderlich sein, die Zertifikatsperrlisten auf den Sperrlistenverteilungspunkten (CRL Distribution Point, CDP) zu veröffentlichen.

Optional: Durchführen der Notfallsignierung von Zertifikatsperrlisten

Die wichtigste Komponente eine PKI in Hinsicht auf die Verfügbarkeit ist nicht, wie häufig angenommen die Zertifizierungsstelle, sondern die Sperrlistenverteilpunkte. Sollte eine Zertifizierungsstelle nicht verfügbar sein, können zunächst lediglich keine neuen Zertifikate ausgestellt werden, die bereits ausgestellten Zertifikate können jedoch ungehindert weiter genutzt werden, solange deren Sperrstatus überprüfbar ist. Neben der reinen Verfügbarkeit der Sperrlistenverteilpunkte müssen die Sperrinformationen natürlich auch in Hinsicht auf ihre Signatur gültig sein. Sperrlisten haben ein definiertes Ablaufdatum, nachdem sie nicht mehr verwendet werden können. Ist nun eine Zertifizierungsstelle ausgefallen, kann sie auch keine neuen Sperrlisten mehr veröffentlichen. Für diesen Fall ist der Prozess der Notfalsignierung der Sperrlisten vorgesehen.

Die Vorgehensweise zur Durchführung einer Notfallsignierung einer Sperrliste ist im Artikel "Durchführen der Notfallsignierung von Zertifikatsperrlisten " beschrieben.

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