Die Partition des Hardware Security Moduls (HSM) läuft voll

Folgendes Szenario angenommen:

  • Eine Zertifizierungsstelle verwendet ein Hardware Security Modul (HSM).
  • Die Partition des Hardware Security Moduls füllt sich über die Lebenszeit der Zertifizierungsstelle mit immer mehr Schlüsseln.
  • Bei SafeNet Hardware Security Modulen kann dies sogar dazu führen, dass die Partition voll läuft. In Folge dessen werden die Ereignisse 86 und 88 der Zertifizierungsstelle protokolliert.
„Die Partition des Hardware Security Moduls (HSM) läuft voll“ weiterlesen

Grundlagen: Authentisierungsverfahren für die Internet Information Services (IIS)

Die Active Directory Certificate Services bieten eine Reihe von webbassierten Zusatz-Schnittstellen (Registrierungsdienst für Netzwerkgeräte (NDES), Zertifikatregistrierungs-Richtliniendienst (CEP), Zertifikatregistrierungs-Webdienst (CES), Zertifizierungsstellen-Webregistrierung (CAWE).

Die Microsoft Internet Information Services (IIS) sind also für eine Microsoft-PKI nahezu unentbehrlich. Jede der webbasierten Schnittstellen (und auch Eigenentwicklungen) bringen ihre ganz eigenen Herausforderungen in Hinsicht auf Authentisierungsverfahren und deren Implementierung.

Nachfolgender Beitrag soll ein wenig Klarheit in das Thema bringen.

„Grundlagen: Authentisierungsverfahren für die Internet Information Services (IIS)“ weiterlesen

Aktivieren der Basic Authentication für den Registrierungsdienst für Netzwerkgeräte (NDES)

Wird der Registrierungsdienst für Netzwerkgeräte (NDES) neu installiert (Vorzugsweise ohne Enterprise Administrator Berechtigungen), wird zunächst nur die Windows-integrierte Authentisierung für die Administrations-Webseite aktiviert. Mit dieser ist (per NT LAN Manager, NTLM) Protokoll auch eine Authentisierung per Benutzername und Passwort möglich. Nicht alle Client-Anwendungen unterstützen diese jedoch.

Ebenso könnte ein Unternehmen gewillt sein, NTLM wo möglich zu deaktivieren und Kerberos für die Anmeldung zu erzwingen. Mit dem Erzwingen von Kerberos fällt die Möglichkeit weg, sich per Benutzername und Passwort an der Administrations-Seite für den Registrierungsdienst für Netzwerkgeräte anzumelden (da dies mit NTLM-Anmeldedaten erfolgt). Um hier wieder eine Möglichkeit zu schaffen, kann jedoch die Basic Authentication nachgerüstet werden.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma kann die Basic Authentisierung sein, deren Einrichtung im folgenden dargelegt werden soll.

„Aktivieren der Basic Authentication für den Registrierungsdienst für Netzwerkgeräte (NDES)“ weiterlesen

Deaktivieren von NTLM und erzwingen von Kerberos an der Administrations-Webseite des Registrierungsdienstes für Netzwerkgeräte (NDES)

Viele Unternehmen verfolgen die Strategie, das NT LAN Manager (NTLM) Authentisierungsprotokoll in ihren Netzwerken (weitestgehend) abzuschalten.

Auch für die Administrations-Webseite des Registrierungsdienstes für Netzwerkgeräte (NDES) ist dies möglich. Wie genau die Umsetzung erfolgt, und wie sich dadurch eventuell das Anwendungsverhalten ändert soll nachfolgend erläuert werden.

„Deaktivieren von NTLM und erzwingen von Kerberos an der Administrations-Webseite des Registrierungsdienstes für Netzwerkgeräte (NDES)“ weiterlesen

Änderungen an der Zertifikatausstellung und an der zertifikatbasierten Anmeldung am Active Directory mit dem Patch für Windows Server vom 10. Mai 2022 (KB5014754)

Mit dem Patch vom 10. Mai 2022 versucht Microsoft, eine Sicherheitslücke im Active Directory zu schließen, in welcher die zertifikatbasierte Anmeldung (im Allgemeinen bekannt als Smartcard Logon) zu schließen.

Das Update ändert sowohl das Verhalten der Zertifizierungsstelle als auch das Verhalten des Active Directory beim Verarbeiten von zertifikatbasierten Anmeldungen.

„Änderungen an der Zertifikatausstellung und an der zertifikatbasierten Anmeldung am Active Directory mit dem Patch für Windows Server vom 10. Mai 2022 (KB5014754)“ weiterlesen

Auswahl der Identität für den IIS Anwendungspool des Registrierungsdienstes für Netzwerkgeräte (NDES)

Installiert man einen Registrierungsdienst für Netzwerkgeräte (NDES), steht man vor der Frage, unter welcher Identität der IIS-Anwendungspool betrieben werden soll. Nachfolgend werden die einzelnen Optionen näher beleuchtet, um eine Auswahl zu erleichtern.

„Auswahl der Identität für den IIS Anwendungspool des Registrierungsdienstes für Netzwerkgeräte (NDES)“ weiterlesen

Zur Option "Build this from Active Directory information" bei Zertifikatvorlagen

Bei der Konfiguration einer Zertifikatvorlage muss man über den beabsichtigten Zertifikatinhalt entscheiden, d.h. unter Anderen, welche Identitäten durch die Zertifikate bestätigt werden, und wie diese abgebildet werden.

In der Karteikarte "Subject Name" des Konfigurationsdialogs für Zertifikatvorlagen kann konfiguriert werden, wie die durch das Zertifikat bestätigte Identität abgebildet wird.

„Zur Option "Build this from Active Directory information" bei Zertifikatvorlagen“ weiterlesen

Grundlagen: Automatic Certificate Management Environment (ACME)

Das ACME Protokoll wurde von den Betreibern vom Projekt Let’s Encrypt entworfen, um die Ausstellung von Webserver-Zertifikaten zu automatisieren. Es ist spezifiziert in RFC 8555.

Zielstellung ist, den Vorgang des beweisens des Besitzes der DNS Ressource (IP-Adressen können aktuell nicht identifiziert werden, ist künftig aber geplant), jedoch nicht der Person oder Organisation die dahinter steht, zu automatisieren, um anschließend ohne menschliche Interaktion ein Webserver-Zertifikat beziehen zu können.

„Grundlagen: Automatic Certificate Management Environment (ACME)“ weiterlesen

Ein Policy Modul, um sie zu bändigen: Vorstellung des TameMyCerts Policy Moduls für die Microsoft Zertifizierungsstelle

Als Betreiber einer Zertifizierungsstelle ist man für die Identifikation der Antragsteller und die Bestätigung ihrer Identität verantwortlich. Dass diese Aufgabe gewissenhaft und fehlerfrei ausgeführt wird, ist der zentrale Grundpfeiler für das Vertrauen, dass der Zertifizierungsstelle eingeräumt wird. Namhafte Firmen sind bereits an dieser Aufgabe gescheitert, mussten in Folge von Falschausstellungen sogar Insolvenz anmelden und/oder wurden durch die großen Player am Markt empfindlich bestraft.

In vielen Fällen sind wir als (Microsoft-)PKI-Betreiber in Unternehmen in der Lage, unsere Aufgabe an das Active Directory zu delegieren (ungeachtet der damit einhergehenden Qualität). In vielen Fällen müssen wir unsere Zertifizierungsstelle(n) aber auch anweisen, einfach alles auszustellen, was beantragt wird.

Namhafte Beispiele hierfür sind unter Anderem:

  • Mobile Device Management (MDM) Systeme wie VMware AirWatch beantragen stellvertretend Zertifikate für die Benutzer der verwalteten Endgeräte.
  • Viele im Unternehmen eingesetzte Gerätetypen erfordern den Betrieb eines Simple Certificate Enrollment (SCEP) Servers. Schlecht abgesicherte SCEP-Schnittstellen können ein Einfallstor für Angriffe auf die Umgebung sein.
  • Weitergabe oder Diebstahl von Zugangsdaten zu Benutzer- oder Dienstkonten können zur Ausstellung potentiell böswilliger Zertifikate führen.
  • Und natürlich der Faktor Mensch. Auch PKI-Betreiber können bei der Konfiguration der Zertifizierungsstellen oder manuellen Prüfung von Zertifikatanforderungen Fehler machen und somit Fehlausstellungen von Zertifikaten verursachen. Das gleiche gilt natürlich auch für andere Administratoren, denen vielleicht die Beantragung von Zertifikaten eingeräumt wurde (im schlimmsten Fall sogar über die Zertifizierungsstellen-Webregistrierung).

Namenseinschränkungen des Zertifizierungsstellen-Zertifikats können diese Fälle teilweise, aber nicht ansatzweise vollumfänglich adressieren.

„Ein Policy Modul, um sie zu bändigen: Vorstellung des TameMyCerts Policy Moduls für die Microsoft Zertifizierungsstelle“ weiterlesen

Grundlagen: Namenseinschränkungen (Name Constraints)

Namenseinschränkungen sind ein Teil des X.509 Standard und im RFC 5280 beschrieben. Sie sind ein Werkzeug, das im Rahmen der qualifizierten Subordinierung eingesetzt werden kann, um den Gültigkeitsbereich eines Zertifizierungsstellenzertifikats feingranular zu steuern.

„Grundlagen: Namenseinschränkungen (Name Constraints)“ weiterlesen

Es wird Zeit: Migrieren der PKI Komponenten von Windows Server 2012 auf ein neues Betriebssystem

Zum Jahreswechsel ein Hinweis an alle Betreiber einer Microsoft Zertifizierungsstelle und angeschlossener Dienste:

Das Ende der Produktunterstüzung von Microsoft für Windows Server 2012 und 2012 R2 rückt langsam näher, es ist der 10. Oktober 2023.

Es wird somit Zeit, den Umzug auf ein neues Betriebssystem vorzubereiten.

„Es wird Zeit: Migrieren der PKI Komponenten von Windows Server 2012 auf ein neues Betriebssystem“ weiterlesen

Die Beantragung von Zertifikaten mit auf elliptischen Kurven basierenden Schlüsseln schlägt fehl, wenn der Microsoft Platform Crypto Provider verwendet wird

Folgendes Szenario angenommen:

Error: The requested operation is not supported. 0x80090029 (-2146893783 NTE_NOT_SUPPORTED)
„Die Beantragung von Zertifikaten mit auf elliptischen Kurven basierenden Schlüsseln schlägt fehl, wenn der Microsoft Platform Crypto Provider verwendet wird“ weiterlesen

Grundlagen: Elliptische Kurven in Hinsicht auf ihre Verwendung in der Public Key Infrastruktur

Mit Windows Vista und Windows Server 2008 wurde die Cryptography API: Next Generation (CNG) in die Windows Systeme eingeführt.

Unter diesem Begriff wird eine Sammlung moderner kryptographischen Funktionen verstanden. Unter Anderem ermöglicht die CNG die Verwendung von Zertifikaten, welche auf elliptischen Kurven (auch Elliptic Curve Cryptography, ECC genannt) basierende Schlüssel verwenden, mit der Microsoft Zertifizierungsstelle und dem Windows Betriebssystem.

„Grundlagen: Elliptische Kurven in Hinsicht auf ihre Verwendung in der Public Key Infrastruktur“ weiterlesen

Microsoft Outlook: Signierte E-Mail Nachrichten werden vom empfangenden Mailserver abgelehnt mit Fehlermeldung "Invalid S/MIME encrypted message."

Folgendes Szenario angenommen:

  • Ein Benutzer versendet eine mit Secure/Multipurpose Internet Mail Extensions (S/MIME) signierte E-Mail Nachricht.
  • Der Absender verwendet Microsoft Outlook für Macintosh.
  • Der Empfangende Mailserver lehnt die Nachricht ab und sendet einen Non-Delivery Report (NDR) zurück:
550 5.6.0 M2MCVT.StorageError.Exception: ConversionFailedException - , Content conversion: Invalid S/MIME encrypted message.; storage error in content conversion.
„Microsoft Outlook: Signierte E-Mail Nachrichten werden vom empfangenden Mailserver abgelehnt mit Fehlermeldung "Invalid S/MIME encrypted message."“ weiterlesen

Was passiert, wenn ein Benutzer mehrere Zertifikate beantragt hat?

Ich bin neulich auf das Phänomen getroffen, dass aufgrund einer fehlerhaften Beantragungslogik mehrere Benutzer in regelmäßigen Anständen neue Zertifikatanforderungen gestellt hatten.

Die Zertifikatvorlage war konfiguriert, eingehende Zertifikatanforderungen durch einen Zertifikatmanager freigeben zu lassen, d.h. es erfolgte keine automatische Ausstellung der Zertifkate. Die Zertifikatanforderungen sollten durch einen eigenen Code überprüft und anschließend freigegeben werden.

Man würde nun erwarten, dass (da alle Zertifikatanträge letztendlich genehmigt würden) die Benutzer nun mehrere Zertifikate gleichen Typs in ihrem Zertifikatspeicher (und den Anwendungen, welche diesen nutzen) vorfinden würden. Dem war aber nicht der Fall.

„Was passiert, wenn ein Benutzer mehrere Zertifikate beantragt hat?“ weiterlesen